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Bundesverband bedauert Ghettorenten-Entscheidung des BSG
Mit Bedauern und großer Enttäuschung hat der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. die gestrigen Entscheidung des 13. Senats des Bundessozialgerichts zur Kenntnis genommen, nach der es keine "Sonderregelung" für die Ghetto-Überlebenden geben soll.
Hintergrund ist die Tatsache, dass diejenigen Überlebenden, die vor dem 30.06.2003 einen Antrag auf die Ghettorente gestellt haben, Anspruch auf eine Nachzahlung ab 1997 haben. Nun bekommen aber nur diejenigen, deren Antrag noch nicht rechtskräftig abgelehnt worden ist, tatsächlich diese Nachzahlung. Alle anderen – und das ist bei weitem die Mehrheit – deren Anträge erst aufgrund einer Überprüfung nachträglich bewilligt worden sind, bekommen die Rente nur rückwirkend ab 2005. Hier werden die Überlebenden für Fehler der Verwaltung und Rechtsprechung zur Kasse gebeten – erst wird rechtswidrig massenhaft abgelehnt, dann später doch noch bewilligt, aber nicht mehr zu den im ZRBG vorgesehenen Bedingungen. Ein Schachzug, der dem Deutschen Staat mehrere hundert Millionen Euro spart, die Überlebenden aber in den meisten Fällen um mehrere Zehntausend Euro bringt.
Noch am 26.01.2012, nur einen Tag vor dem Auschwitz-Gedenktag, haben Politiker aller Parteien im Deutschen Bundestag bekräftigt, dass es für die Überlebenden Ghetto-Arbeiter Gerechtigkeit geben müsse. Wir erwarten, dass dieser Ankündigung angesichts der Entscheidung des BSG nun auch Taten folgen.
Kontakt:
Dr. Jost Rebentisch
Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
Holweider Str. 13-15
51065 Köln
Tel +49 (0)221 17 92 94 23
Fax +49 (0)221 17 92 94 29
rebentisch@nsberatung.de
www.nsberatung.de
Rita Vengerovich im Kölner Erzählcafé für NS-Verfolgte
Am Donnerstag, 09. Februar 2012, 15-17.00 Uhr, wird die 1930 in Kirovograd in der Ukraine geborene Rita Vengerovich über ihr Leben sprechen. Sie überlebte die NS-Terrorherrschaft in Odessa zusammen mit ihrer jüdischen Mutter. Frau Vengerovich lebt seit 1996 in Köln.
Alle Interessierten und Pressevertreter sind herzlich eingeladen zu der Begegnung mit Vortrag, Gespräch und Austausch mit Rita Vengerovich, sowie den Kölner Teilnehmern des Erzähl- und Begegnungscafés. Es wird veranstaltet vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. und findet statt in der zentral gelegenen "Residenz am Dom", An den Dominikanern 6-8, 50668 Köln. Die Teilnahme mit Kaffee und Kuchen ist kostenfrei. Wir freuen uns jedoch über jeden Förderer und Spender, der unsere Arbeit unterstützen möchte. Anmeldungen richten Sie bitte an:
Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
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Fax: 0221 17 92 94 29
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Änderung des Härtefonds NRW betreffend jüdische Überlebende der Leningrad-Blockade
Wie wir erfahren haben hat die Bezirksregierung Düsseldorf beschlossen, dass nunmehr neben den Evakuierten auch Personen, die während der Blockade in Leningrad geblieben sind, Anträge auf Entschädigung aus dem Härtefond des Landes Nordrhein-Westfalen stellen können. Wie bisher gilt dabei für Wiederholungsanträge eine Ausschlussfrist von drei Monaten ab Kenntnis von der Änderung, d.h. der Antrag muss bis zum Ende des Jahres 2011 gestellt sein. Der Antrag ist auf dem üblichen und bereits bekannten Formular zu stellen, in dem die übrigen beizufügenden Anlagen jeweils genannt sind.
Für Fragen zur Antragstellung steht Ihnen Herr Michael Teupen, Telefon 0221-17929414, E-Mail teupen@nsberatung.de gerne zur Verfügung.
Regina Suderland ist tot
Unsere Vorsitzende Regina Suderland ist am Sonntag, den 03.04.2011 im Alter von 85 Jahren in Koblenz verstorben. Frau Suderland war Gründungsmitglied unseres Vereins und von Beginn an Mitglied des geschäftsführenden Vorstands. Seit dem Jahr 2000 leitete sie den Bundesverband als Vorsitzende.
Regina Suderland war als Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter unmittelbar von der Verfolgung durch die Nazis betroffen. Sie überlebte die Nazizeit versteckt in den Israelitischen Heil- und Pflegeanstalten in Bendorf-Sayn. Ihr Vater war dort Oberpfleger, ein "arischer" Betriebsleiter rettete ihn und seine Familie vor der Deportation.
Die Durchsetzung der Interessen der Überlebenden des Nazi-Terrors war Regina Suderland ein Anliegen, für das sie engagiert und kämpferisch eintrat. Ihre Standhaftigkeit und ihr Kampfgeist, aber auch ihre Klugheit und Güte werden uns allen sehr fehlen.
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